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Teil 12: Weiche Beläge

Weicher Zahnbelag ist die Ursache der Zerstörung der Zahnoberflächen.
Er ist das Problem, das bei Nichtbeseitigung zu Karies, Zahnschmerz und letztlich Zahnverlust führt.

Als weiche Zahnbeläge bezeichnet man die Auflagen auf den Zahnoberflächen, die aus Speiseresten und Speichelbestandteilen sowie Mikroorganismen bestehen.
Keine Sorge: Mikroorganismen sind im Mund normal und die allerwenigsten sind krankmachende Erreger.

Einige Bakterienarten aber bauen Zucker aus der Nahrung zu Säuren um. In den Zahnbelägen ist meist eine große Menge Zucker vorhanden. Durch den Umbau dieses Zuckers zu Säuren wird das Milieu in den Belägen sauer und der gesamte ursprünglich nicht schädliche Belag wirkt nun wie ein Säuremantel auf die Zahnoberfläche.
Zahnbeläge bilden sich an typischen Stellen an den Zahnoberflächen, den Kauflächen der Backenzähne, den Zahnhalsbereichen am Übergang zum Zahnfleisch und in den Zahnzwischenräumen.
Die Bildung beginnt bereits wenige Minuten nach dem Essen mit einem Film aus Speichelproteinen.
Wird jetzt nicht mit Bürste, Zahnseide und Munddusche dieser Restbelag entfernt, beginnt die Besiedelung mit Mikroorganismen, bei langer Reinigungskarenz mit oben beschriebenen Folgen.

Im Gegensatz zu den Säureattacken bestimmter Nahrungsmittel, zum Beispiel Orangen- oder Grapefruitsaft, die nur kurzzeitig wirken und innerhalb weniger Augenblicke durch den Speichel neutralisiert werden, wirken die sauren Auflagen des Zahnbelages so lange, wie sie von Zahnbürsten und Zahnseide verschont bleiben. Der Speichel alleine ist nicht mehr in der Lage in die Beläge einzudringen und die Säuren zu neutralisieren.
Die Folge ist das Herauslösen von Mineralien aus dem Zahnschmelz , die Zahnoberfläche wird porös und bekommt weiße Flecken, sogenannte »white spots«. Das sind frühe kariöse Läsionen oder eine Vorform der Zahnkaries. Diese können nach Säuberung im Rahmen der eigenen Zahnpflege bzw. einer professionellen Zahnreinigung durch Einlagerung von Mineralien aus dem Speichel (das natürliche Reparatursystem der Zähne) wieder regenerieren. Noch besser funktioniert das unter der zusätzlichen Anwesenheit von Fluorid. Werden diese Stellen häufiger unter Belägen begraben, geht die Demineralisation immer weiter. Die Areale darunter werden mürbe, verfärben sich bräunlich und brechen bei Belastung ein.
Von nun an regeneriert sich die Zahnoberfläche auch unter idealen Bedingungen nicht mehr allein, hier wird eine Zahnbehandlung mit Füllung dieses Defektes durch den Zahnarzt notwendig.

Um nicht den Zwanghaften und Übereifrigen das Wort zu reden: Es reicht zwei bis drei mal am Tag die Zähne zu Putzen, wichtig ist nach dem Essen und vor allem abends. Zum einen, weil in der Nacht die Speichelproduktion geringer ist und die bakteriellen Beläge ausdauernd Zeit haben, ihre Wirkung zu entfalten, denn Bakterien vermehren sich auch nachts. Zum anderen haben Fluoride, die nach dem Zähneputzen im Mundraum verbleiben, länger die Chance bei der Remineralisation der Zähne zu helfen.
Werden weiche Beläge auf den Zähnen nicht entfernt, mineralisieren diese durch Mineralien aus dem Speichel zu harten Belägen aus, bekannt als Zahnstein.

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