Jeder hat beim Zähneputzen schon einmal blutendes Zahnfleisch beobachten müssen. Dieses Zahnfleischbluten ist immer ein Hinweis darauf, dass sich im Bereich des Zahnfleischrandes eine Entzündung etabliert hat.
Ursache dieser ist in den allermeisten Fällen hartnäckiger Zahnbelag im sogenannten Zahnhalsbereich, vor allem in den Zahnzwischenräumen der hinteren Seitenzähne. Wenn diese Beläge über mehrere Tage nicht beseitigt werden, wird durch diese der Zahnfleischsaum gereizt. Diese Reizung führt zu einer stärkeren Durchblutung des Zahnfleisches mit einer leichten Schwellung, stärkeren Rotfärbung und häufig auch leichter Berührungsempfindlichkeit. Durch die mechanische Belastung beim Zähneputzen wird das Zahnfleisch durch die Bürste verletzt und es gibt die bekannte rötlich bis grüngräuliche Verfärbung des Speichelputzmittelgemisches.
Zahnfleischbluten ist immer zu beachten. Es ist immer ein Zeichen für einen nicht optimalen Reinigungszustand des Mundes. Nicht schonendere Reinigung der blutenden Areale, sondern das kräftige Beseitigen der ursächlichen Beläge ist in solchen Fällen meistens angezeigt. Sind die Beläge an der Oberfläche des Zahnfleischsaumes beseitigt, kann das Gewebe innerhalb weniger Stunden regeneriert werden. Gerade in den Zahnzwischenräumen ist die Benutzung der Zahnseide unabdingbares Hilfsmittel. Keine Bürste schafft es in diese Nischen vorzudringen. Auch Mundduschen beseitigen keine festhaftenden Beläge. Nach dieser kräftigen Säuberung wird die Blutung in den meisten Fällen deutlich besser.
Unterstützen kann in diesen Fällen eine professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt oder dessen speziell geschultes Fachpersonal. Sollte trotz sorgfältiger Reinigung das Zahnfleischbluten nicht nachlassen und außerdem Beschwerden der Seitenzähne beim Kauen auftreten, sollte demnächst ein Termin beim Zahnarzt vereinbart werden. Denn dann sind die Entzündungen des Zahnfleisches an den Rändern der Zähne in die Tiefe zur Wurzel hin vorgedrungen. Diese lässt sich selbst durch penibelste Reinigung mit Zahnseide nicht beseitigen. Diese Entzündung, durch die Werbung als Parodontose deutschlandweit bekannt gemacht, ist für den Erhalt der befallenen Zahnwurzeln immer ungünstig. Wird diese Entzündung nicht beseitigt, stellt sich unweigerlich Zahnlockerung und letztendlich Zahnverlust ein. Keine Sorge, dramatische Fälle, wo innerhalb weniger Wochen die Zähne verloren gehen, sind äußerst selten. Trotzdem ist die Behandlung dieser Entzündung in jedem Fall notwendig.
Wichtig ist es für jeden zu wissen, dass Zahnfleischbluten immer ein Hinweis auf ein Problem des Zahnhalteapparates ist, das immer dann vom Zahnarzt betrachtet werden sollte, wenn es trotz eifrigen Putzens mit Bürste und Zahnseide nach zwei Wochen nicht verschwunden ist. In der überwiegenden Anzahl der Fälle verbirgt sich dahinter kein echtes Problem, sondern nur hartnäckiger Belag, für dessen Beseitigung nur der Zahnarzt über das richtige Equipment verfügt. Dies ist darüber hinaus auch in den meisten Fällen schmerzfrei.
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